Guarneri

Pressemitteilung vom 09.12.2016

Pressemitteilung des Vorstands der Franz Hofmann und Sophie Hagemann Stiftung zur Empfehlung der Beratenden Kommission für die Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter, insbesondere aus jüdischem Besitz, vom 09.12.2016

Die Franz Hofmann und Sophie Hagemann Stiftung hatte nach dem Tod der Stifterin die Initiative ergriffen und in jahrelangen Recherchen und Bemühungen versucht, die Provenienz der im Besitz der Stiftung befindlichen Guarneri-Geige zu klären und Kontakt zu den Vorbesitzern aufzunehmen. Die Stiftung hatte das Instrument in der Datenbank Lost Art eingestellt und sich schließlich an die Beratende Kommission gewandt.
Der Vorstand der Stiftung begrüßt, dass die Beratende Kommission nun eine Empfehlung ausgesprochen hat.
Obwohl trotz intensivster Nachforschungen bis heute keine Dokumente bzw. Hinweise gefunden werden konnten, die belegen, dass es sich bei der Guarneri-Geige der Franz Hofmann und Sophie Hagemann Stiftung um Raubkunst handelt, kann der Stiftungsvorstand die der Empfehlung zugrundeliegende Argumentation der Kommission nachvollziehen.
Aufgrund des Stiftungszwecks sowie der Intention, diese Guarneri-Geige zum Instrument der Versöhnung zu machen, hat der Vorstand entschieden, der Empfehlung der Kommission zu folgen. Die Stiftung wird alles daransetzen, die Summe zur Ausgleichszahlung aufzubringen.
Mit der Empfehlung der Kommission ist die Hoffnung verbunden, die Guarneri-Geige endlich restaurieren lassen zu können, um sie als Instrument der Versöhnung dauerhaft hochbegabten Musikstudierenden der Hochschule für Musik Nürnberg zur Verfügung zu stellen.
Nach Ansicht des Stiftungsvorstands ist damit die einzigartige Gelegenheit gegeben, nachhaltig den Stiftungszweck (die Förderung junger Musikerinnen und Musiker) und gleichzeitig dauerhaft Gedenkkultur (auch in Erinnerung an die Familie Hildesheimer in Speyer) zu gewährleisten.
Der Vorstand der Franz Hofmann und Sophie Hagemann Stiftung dankt dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste für die konstruktive Zusammenarbeit.

Guarneri – Pressegespräch vom 31.01.2014

Nach dem Tod von Sophie Hagemann wurde die Franz Hofmann und Sophie Hagemann Stiftung Alleinerbin der Stifterin.
Im Nachlass von Sophie Hagemann befindet sich ihre Guarneri aus dem Jahre 1706, die sie 1974 im deutschen Geigenhandel kaufte.
Diese Violine, die sich in einem sehr schlechten Zustand befindet, soll nach Beschluss des Stiftungsvorstandes restauriert und hochbegabten Studenten der Hochschule für Musik Nürnberg zur Verfügung gestellt werden.
Im Vorfeld der Restaurierung wurde vom Vorstand festgestellt, dass die Provenienz der Geige nur lückenhaft für die Jahre 1937 bis 1938 sowie ab 1974 bekannt ist. Nachforschungen haben ergeben, dass die Guarneri wahrscheinlich im Januar 1938 von dem jüdischen Musikalienhändler Felix Hildesheimer aus Speyer erworben wurde.
Der Stiftungsvorstand hat daher beschlossen, einen etwaigen Restitutionsanspruch proaktiv aufzuklären und die Guarneri im April 2013 als Fundmeldung bei Lostart einzustellen.
In diesem Kontext schrieb der Vorstand auch einen Brief an die Nachfahren der Familie Hildesheimer mit der Bitte um Kontaktaufnahme und Unterstützung zur Klärung der Provenienz. Trotz intensivster Bemühungen gelang es aber nicht, mit den Nachfahren Felix Hildesheimers in Kontakt zu treten.
Die amerikanische Journalistin Toby Axelrod konnte allerdings kurz nach der Pressekonferenz Nachfahren der Familie Hildesheimer ausfindig machen und stellte den Kontakt zur Stiftung her.
Seitdem wird gemeinsam versucht, die lückenhafte Provenienz der Geige zu klären und eine Lösung zur künftigen Nutzung der Violine zu finden.
Der Stiftungsvorstand möchte die Guarneri als „Instrument der Versöhnung“ hochbegabten Musikerinnen und Musikern der Hochschule für Musik Nürnberg zur Verfügung stellen.

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